Der Sake-Kalender: Warum Sie Namazake und Hiyaoroshi kennen müssen
Inhaltsverzeichnis
- Winter: Shiboritate & Shinshu (Der Neue)
- Frühling: Hanamizake (Blütenschau)
- Sommer: Natsuzake & Namazake (Die Erfrischung)
- Herbst: Hiyaoroshi (Der Reife)
In Japan wird das Verstreichen der Jahreszeiten zelebriert wie kaum anderswo. Und da Sake eng mit dem Reisanbau und dem kalten Winter (der Brausaison) verknüpft ist, gibt es für jede Saison den perfekten Tropfen.
Wenn Sie diese Begriffe kennen, wissen Sie immer genau, wann welche Flasche am besten schmeckt.
Winter (Dez–Feb): Shiboritate & Shinshu
Das Stichwort: "Frisch gepresst"
Die Brausaison beginnt im Oktober. Im Winter kommen die allerersten Flaschen des neuen Braujahrs auf den Markt. Diese nennt man Shinshu (Neuer Sake) oder Shiboritate (Frisch gepresst).
Wie er schmeckt: Wild, ungestüm, oft etwas spritzig und sehr fruchtig. Er hatte keine Zeit zu ruhen und "brüllt" förmlich vor Frische. Oft hat er einen etwas höheren Alkoholgehalt.
👉 Perfekt zu: Deftigen Wintereintöpfen oder fettigem Fisch, der im Winter Saison hat.
Frühling (Mär–Mai): Hanamizake
Das Stichwort: "Kirschblüten"
Wenn die Sakura (Kirschblüte) blüht, treffen sich die Japaner zum Picknick unter den Bäumen (Hanami). Der Sake dazu ist oft leicht, blumig und manchmal sogar leicht trüb (Usunigori), was den Nebel des Frühlings symbolisieren soll.
Viele Brauereien bringen jetzt Flaschen mit rosa Etiketten oder speziellen Frühlings-Editionen heraus. Geschmacklich sind sie oft etwas süßer und leichter, passend zur fröhlichen Stimmung.
Sommer (Jun–Aug): Natsuzake & Namazake
Das Stichwort: "Eiskalt & Roh"
Im heißen, schwülen japanischen Sommer will niemand schweren, warmen Alkohol. Die Lösung ist Natsuzake (Sommer-Sake). Das sind oft Sakes mit einer höheren Säure, die knackig und erfrischend wirken.
Der Star des Sommers ist jedoch der Namazake (Unpasteurisierter Sake). Da er nicht erhitzt wurde, schmeckt er unglaublich lebendig und fruchtig-frisch. Er muss zwingend eiskalt direkt aus dem Kühlschrank serviert werden. Manche trinken ihn sogar "On the Rocks" (auf Eis) mit einer Scheibe Limette.
Herbst (Sep–Nov): Hiyaoroshi
Das Stichwort: "Perfekte Reife"
Für Kenner ist der Herbst die schönste Sake-Zeit. Im Frühling wurde der Sake gebraut und einmal pasteurisiert. Dann durfte er den ganzen Sommer über in den kühlen Kura (Brauereien) reifen.
Im Herbst wird er abgefüllt – ohne eine zweite Pasteurisierung. Das nennt man Hiyaoroshi.
Wie er schmeckt: Die wilde Unruhe des Winters ist weg. Der Sake ist rund, weich, tiefgründig und voller Umami. Es ist der ultimative Essensbegleiter ("Food Pairing"-Traum), besonders zu Pilzen, Wild, Maronen oder gegrilltem Fisch (Sanma).
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