Sake-Etiketten lesen: Was SMV, Säuregehalt und Datum verraten

Sake-Etiketten lesen: Was SMV, Säuregehalt und Datum verraten

Inhaltsverzeichnis

  1. Der SMV (Nihonshu-do): Süß oder Trocken?
  2. Die Säure (San-do): Das Rückgrat
  3. Das Datum: Wie frisch ist mein Sake?
  4. 3 Begriffe für Kenner (Genshu, Nama, Nigori)

Sake-Etiketten sind oft Kunstwerke der Kalligraphie – aber für nicht-japanische Muttersprachler oft ein Rätsel. Doch fast jede Premium-Flasche hat auf der Rückseite (oder im Datenblatt in unserem Shop) kleine Zahlen, die Ihnen genau verraten, wie der Sake schmeckt, ohne dass Sie ihn probieren müssen.

Die wichtigste Zahl davon ist der SMV.

Der SMV (Nihonshu-do): Süß oder Trocken?

Der Sake Meter Value (SMV), auf Japanisch Nihonshu-do (日本酒度), misst die Dichte des Sake im Vergleich zu Wasser. Da Alkohol leichter ist als Wasser und Restzucker schwerer, gibt dieser Wert an, wie viel Zucker nach der Gärung übrig geblieben ist.

Die Faustregel ist simpel:

  • Positive Zahlen (+): Der Sake ist trocken (Karakuchi). Je höher die Zahl, desto weniger Zucker, desto trockener.
  • Negative Zahlen (-): Der Sake ist süß (Amakuchi). Je niedriger die Zahl (z.B. -10), desto mehr Restzucker, desto süßer.
  • Null (±0): Neutral / Ausgewogen.

Hier ist eine Orientierungshilfe für Ihren nächsten Kauf:

SMV Wert Geschmacksprofil Typische Wahrnehmung
-6 bis -2 Süß bis Lieblich (Amakuchi) Vollmundig, oft fruchtig. Toll als Dessert-Sake.
-1 bis +2 Neutral / Off-Dry Die goldene Mitte. Ausgewogen und gefällig.
+3 bis +6 Trocken (Karakuchi) Knackig, sauberer Abgang. Der Klassiker zu Sushi.
+7 und höher Extra Trocken (Chō-Karakuchi) Sehr "clean", fast kein süßer Nachgeschmack.

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Fruchtig, weich und leicht zugänglich – perfekt für Einsteiger.

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Die Säure (San-do): Das Rückgrat

Die zweite wichtige Zahl ist der Säuregehalt, japanisch San-do (酸度). Er liegt meist zwischen 1.0 und 2.0. Anders als bei Wein, wo Säure oft "fruchtig-sauer" bedeutet, sorgt Säure im Sake für Struktur, Würze und Umami.

  • Höhere Säure (ca. 1.6+): Der Sake wirkt vollmundiger, reicher und hat mehr "Biss". Säure hilft, einen süßen Sake auszubalancieren, damit er nicht klebrig wirkt. Sie passt auch hervorragend zu fettigem Essen.
  • Niedrigere Säure (unter 1.3): Der Sake wirkt weicher, sanfter und "glatter" beim Trinken.

Profi-Tipp: Ein Sake mit einem süßen SMV (-3) aber hoher Säure (1.8) kann trotzdem trocken schmecken, weil die Säure die Süße "maskiert".

Das Datum: Wie frisch ist mein Sake?

Anders als Wein, der oft jahrelang im Keller reift, wird der meiste Sake gebraut, um frisch getrunken zu werden. Frische ist Qualität.

Auf dem Etikett finden Sie oft das Produktionsdatum oder das Braujahr (BY = Brewing Year). Ein Sake-Braujahr in Japan läuft traditionell vom 1. Juli bis zum 30. Juni des Folgejahres.

Unsere Empfehlung zur Haltbarkeit:

  • Ungeöffnet: Lagern Sie Sake kühl und dunkel. Trinken Sie ihn idealerweise innerhalb von 12–18 Monaten nach dem Versanddatum (oft auf dem Etikett gestempelt), um die frischesten Aromen zu erleben.
  • Geöffnet: Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 1–3 Wochen genießen.

3 Begriffe für Kenner

Neben den Zahlen finden Sie oft spezielle Begriffe, die viel über den Stil aussagen:

  1. Genshu (原酒): Unverdünnter Sake. Die meisten Sakes werden nach dem Brauen mit Wasser auf ca. 15-16% Alkohol verdünnt. Genshu wird pur abgefüllt und hat oft 18-20%. Er schmeckt intensiv und kraftvoll – toll "on the rocks" (auf Eis).
  2. Namazake (生酒): Unpasteurisierter Sake ("Roh-Sake"). Er wurde nicht erhitzt, um Enzyme zu stoppen. Er schmeckt unglaublich frisch, lebendig und fruchtig, muss aber zwingend durchgehend gekühlt werden.
  3. Nigori (にごり酒): Trüber Sake. Er wurde nur grob gefiltert, sodass feine Reispartikel im Sake verbleiben. Er ist cremig, oft etwas süßer und hat eine spannende Textur. (Vor dem Trinken die Flasche vorsichtig einmal kippen!)

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