Was ist Sake? Japans Nationalgetränk einfach erklärt

Was ist Sake? Japans Nationalgetränk einfach erklärt

Inhaltsverzeichnis

  1. Sake ist kein Wein und kein Bier
  2. Die Geschichte: Von "glorreichem Wasser" zum Nationalgetränk
  3. Die Klassifizierung: Junmai, Ginjo & Co. verstehen
  4. Wie schmeckt Sake eigentlich?
  5. Häufige Fragen (FAQ)

🥡 Key Takeaways – Das Wichtigste in Kürze

  • Kein Schnaps: Sake hat einen Alkoholgehalt von ca. 15–16% Vol., ähnlich wie ein kräftiger Rotwein.
  • Die Zutaten: Guter Sake besteht nur aus vier Zutaten: Reis, Wasser, Koji (Edelschimmel) und Hefe.
  • Die Politur entscheidet: Je mehr vom Reiskorn weggeschliffen (poliert) wird, desto feiner und fruchtiger ist der Sake (Stichwort: Ginjo & Daiginjo).
  • Warm oder Kalt? Premium-Sake wird meistens leicht gekühlt getrunken, aber manche Sorten entfalten warm ihr volles Umami.

Wenn Sie in Deutschland "Sake" hören, denken viele immer noch an den heißen, etwas sprittigen Schnaps, den es früher beim Chinesen nach dem Essen gab. Doch das ist ein Missverständnis, das dem japanischen Nationalgetränk Unrecht tut.

Echter japanischer Premium-Sake ist so komplex wie französischer Wein und so handwerklich gebraut wie bestes Craft Beer. In diesem Guide klären wir die Frage "Was ist Sake eigentlich?" und helfen Ihnen, die richtige Flasche für Ihren Geschmack zu finden.

Sake ist kein Wein und kein Bier

Oft wird Sake als "Reiswein" bezeichnet. Das ist zwar eine hilfreiche Eselsbrücke für den Alkoholgehalt und die Verwendung beim Essen, technisch aber falsch.

  • Wein entsteht durch die Vergärung von Zucker, der bereits in der Frucht (Traube) vorhanden ist.
  • Bier entsteht, indem Stärke im Getreide erst in Zucker umgewandelt und dann vergoren wird (in zwei Schritten).
  • Sake nutzt einen einzigartigen Prozess: Die Umwandlung von Stärke zu Zucker (durch den Koji-Pilz) und von Zucker zu Alkohol (durch Hefe) passiert gleichzeitig im selben Tank.

Dieses Verfahren nennt man "multiple parallele Fermentation". Es ist eine der komplexesten Braumethoden der Welt und sorgt für die unglaubliche Geschmackstiefe von Sake.

Die Geschichte: Von "glorreichem Wasser" zum Nationalgetränk

Die Wurzeln des Sake reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Historiker vermuten, dass das Wort "Sake" vom Begriff "Sakae Mizu" stammt, was so viel wie "glorreiches Wasser" bedeutet – eine Anspielung auf die belebende Wirkung und die Wichtigkeit von reinem Quellwasser beim Brauen.

In Japan selbst wird das Getränk oft gar nicht "Sake" genannt (denn das Wort bedeutet einfach nur "Alkohol"), sondern "Nihonshu" (日本酒) – wörtlich: "Japanischer Alkohol".

Wussten Sie schon? Bis zur Öffnung Japans im 19. Jahrhundert war Sake das einzige alkoholische Getränk, das in Japan konsumiert wurde. Es ist tief in der Kultur und der Shinto-Religion verwurzelt.

Die Klassifizierung: Junmai, Ginjo & Co. verstehen

Wenn Sie in unserem Shop stöbern, werden Sie Begriffe wie Junmai oder Daiginjo lesen. Diese Begriffe verraten Ihnen, wie der Sake schmeckt und wie aufwendig er hergestellt wurde.

Das Geheimnis liegt in der Polierrate (Seimaibuai).
Das Reiskorn wird vor dem Brauen poliert. Je mehr von der äußeren Schicht (die Fette und Proteine enthält) weggeschliffen wird, desto feiner, blumiger und fruchtiger wird der Kern.

Hier ist die Übersicht, die Ihnen beim Kauf hilft:

Kategorie Polierrate (verbleibender Reis) Geschmacksprofil Perfekt für...
Junmai Oft ca. 70% Kräftig, vollmundig, viel Umami, Reis-Noten. Herzhaftes Essen, kann oft auch warm getrunken werden.
Honjozo Min. 70% Leicht, knackig, "crisp". Wenig eigene Aromen. Der perfekte Begleiter zu Sushi & Sashimi.
Ginjo / Junmai Ginjo Min. 60% Fruchtig, blumig, aromatisch. Einsteiger und Weinliebhaber.
Daiginjo / Junmai Daiginjo Min. 50% Sehr elegant, komplex, oft teuer und edel. Besondere Anlässe oder als Aperitif.
  • Junmai bedeutet "purer Reis". Hier wurde kein Braualkohol hinzugefügt.
  • Ist das Wort "Junmai" nicht im Namen (z.B. nur "Ginjo" oder "Honjozo"), wurde eine winzige Menge Braualkohol hinzugefügt, um Aromen zu lösen und den Geschmack leichter zu machen.

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Wie schmeckt Sake eigentlich?

Vergessen Sie den scharfen Geschmack von billigem Schnaps. Guter Sake ist weich und hat kaum Säure (im Gegensatz zu Wein).

Die Geschmackspalette reicht von:

  1. Fruchtig & Blumig: Noten von Melone, Birne, Apfel oder Banane (typisch für Ginjo).
  2. Reich & Umami: Noten von Pilzen, Getreide, Nüssen oder Karamell (typisch für Junmai).

Sake hat zudem fünfmal mehr Aminosäuren als Wein. Das sorgt für viel Umami – jenen herzhaften Wohlgeschmack, der das Essen begleitet, ohne es zu übertönen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel Alkohol hat Sake?
Sake hat im Durchschnitt 15% bis 16% Alkoholvolumen. Es gibt aber auch unverdünnte Sakes (Genshu), die bis zu 20% erreichen können, oder leichte Sparkling Sakes mit nur 5-8%.

Wie lange ist Sake haltbar?
Sake ist nicht für die jahrzehntelange Lagerung im Keller gemacht.

  • Ungeöffnet: Kühl und dunkel lagern. Am besten innerhalb von 1 Jahr nach Versanddatum trinken.
  • Geöffnet: Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 1–2 Wochen genießen. Er wird nicht "schlecht" wie Wein (er oxidiert langsamer), verliert aber an Aroma.

Muss ich Sake warm trinken?
Nicht unbedingt! Die Faustregel lautet:

  • Hohe Qualität (Ginjo/Daiginjo): Leicht gekühlt trinken (wie Weißwein), um die feinen Fruchtaromen zu schmecken.
  • Rustikale Qualität (Junmai/Honjozo): Können köstlich sein, wenn sie sanft erwärmt werden (ca. 40–45°C).

Bereit, Japans Nationalgetränk zu probieren?

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